Besonders Empfehlenswert:
Die Zigarre
Die Zigarre ist ein Genussmittel, dass aus Tabak gerollt und geraucht
wird. Durch eine falsche Eindeutschung des spanischen Wortes cigarro ist
wohl der Name Zigarre in Deutschland etabliert worden. Der Aufbau einer
Zigarre ist durch 3 Schichten zu beschreiben. Die innerste Schicht, die
Einlage, besteht aus getrockneten und fermentierten Tabakblättern die
von einem Umblatt in Form gehalten wird, Um das Umblatt liegt das
Deckblatt, dass die äußere Hülle der Zigarre ergibt. Die Einlage kann
aus geschnittenen, als auch aus ganzen Tabakblätter bestehen. Besonders
Markenzigarren haben meist eine Papier Banderole um das Deckblatt
gewickelt um die Zigarrenmarke zu erkennen.
Christoph Columbus soll im 15./16. Jahrhundert der erste Europäer
gewesen sein, der mit Tabak auf Cuba konfrontiert wurde. Im 18.
Jahrhundert wurden die kubanischen Zigarren dann von Seeleuten und
Soldaten nach Amerika und in den Rest der Welt mitgebracht. Die erste
Deutsche Zigarren Manufaktur wurde 1788 in Hamburg verzeichnet. Bis zum
20. Jahrhundert behielt die Zigarre ihre wirtschaftliche
Vormachtstellung bei den Schmauchmitteln, wurde dann aber weitestgehend
von der Zigarette, hinsichtlich der wirtschaftlichen Bedeutung, ersetzt.
Es werden jährlich ~ 1,2 Milliarden Zigarren und Zigarillos in
Deutschland gepafft.
Bei einer sogenannten Shortfillerzigarre besteht die Einlage aus
geschnittenen bzw. gerissenen Tabakblättern. Diese werden durch ein
stabiles Umblatt in Form gehalten. Shortfiller sind typisch europäische
Zigarren und kosten im Vergleich zu Ihren großen Brüdern den Longfillern
nur wenig Geld. Der Longfiller hingegen besteht aus ganzen Blättern in
der Einlage, nicht aus zerrissenen Blättern. Da hier kaum Maschinen
eingesetzt werden können sind die Longfiller teuer. Longfillerzigarren
sollten sorgfältig in einem Humidor gelagert werden. Ein Humidor (humidus:
lat. "feucht"), ist ein aus Holz oder anderen Materialien gefertigter
Behälter, in dem Zigarren unter günstigen klimatischen Bedingungen
gelagert werden können. Hier sollten in etwa 18°C – 22°C und 65% - 75%
Luftfeuchtigkeit vorherrschen um eine ideale Lagerung zu gewährleisten.
Unter diesen idealen Umständen kann eine Zigarre mehrere Jahre gelagert
werden.
Sehr kleine, dünne und kurze Zigarren werden Zigarillos genannt. Ihr
Geschmack ist durch Ihre Form deutlich schärfer als der Ihrer großen
Brüder, deshalb werden für die Zigarillosherstellung nur milde
Tabaksorten verwendet.
Wenn man vom Zigarren konsumieren spricht meint man nicht das
wortwörtliche Rauchen einer Zigarre. Zigarren pafft man, das heißt man
zieht den Rauch in die Mundhöhle, inhaliert ihn aber nicht sonder
genießt den Geschmack und bläst den Rauch wieder heraus. Hierbei ist
besonders wichtig, dass nicht nur eine falsche Lagerung sonder auch das
falsche Anzünden und Paffen einer Zigarre den Geschmack zerstören kann.
Die richtige Ziehtechnik besagt, dass eine Zigarre wesentlich langsamer
gezogen werden muss als eine Zigarette. Nur etwa 1 Zug pro Minute sollte
genossen werden. Weiterhin darf nicht zu fest gezogen werde, weil
hierbei zu hohe Temperaturen entstehen und dies den Zigarrengenuss
mindert. Zum anzünden sind schwefelhaltige Streichhölzer und
Benzinfeuerzeuge gänzlich unnütz, da sie den Geschmack einer Zigarre
negativ beeinflussen. Es wird empfohlen Gasfeuerzeuge oder Holzspäne zu
benutzen. Das zu entflammende Ende wird dabei nicht direkt in die
Flammen gehalten, sondern langsam ~ 1-2 cm über der Flamme getoasted
(gedreht bis sich ein kleiner Aschering bildet). Das letzte Drittel
einer Zigarre dient als Filter und sollte nicht geraucht werden.
Der Anschnitt wird am geschlossenen Kopfende vorgenommen, dass der Rauch
in den Mund gelangen kann. Der Anschnitt sollte ein Loch erzeugen, dass
75% so dick ist wie die Zigarre selbst.
Der inoffizielle Zigarrenknicke besagt weiterhin, dass Zigarrenasche
nicht abgeklopft wird. Erst bei ~ 3 cm Länge wird Sie langsam am
Aschenbecher abgestrichen. Wenn Die Asche Steif und Stabil ist zeugt das
von einer hohen Qualität der Zigarre.