Besonders Empfehlenswert:
Die Artischocke – Genuss und Heilmittel
Ursprünglich stammt die Artischocke aus dem Mittelmeerraum, wobei die
östlichen Mittelmeergebiete wie Türkei und Persien, sowie Nordafrika,
der westliche Teil Spaniens der ans Mittelmeer grenzt und die
Kanarischen Inseln gleichzeitig mit Artischocken auftrumpfen konnten.
Somit kann nicht genau klar wer diese Distel Pflanze, welche zu den
Korbblütern zählt, zu uns gebracht hat. Die erste Kultivierung hingegen
konnte relativ sicher auf das 1. Jahrhundert nach Christus datiert
werden.
In Europa verbreitet wurde diese Pflanze wohl durch den Import nach
Sizilien zu Beginn des 15. Jahrhunderts durch einen aus Neapel
stammenden Händler namens Filippo Strozzi. Von dort aus verbreitete sich
die Artischocke über Frankreich nach Deutschland, Großbritannien und
begeisterte die Europäer zusehends. Erst 400 Jahre später fand dieses
herzhafte Gemüse seinen Weg in die USA. Vor der Französischen Revolution
war die Artischocke ein Zeichen von Reichtum in den Gärten des
ländlichen französischen Adels.
Die Artischocke ist als Nahrungsmittel sehr beliebt. Bei den großen,
reifen Artischocken sollte man nur die unteren fleischigen Teile der
Schuppenblätter und die Blütenböden (Herzen) essen. Dabei zupft man die
Blätter ab und zieht das Fleisch im unteren Bereich mit den Zähnen ab.
Die „Haare“ sind nicht essbar. Früh geerntete, kleine Artischocken
können im ganzen verzehrt werden. Die Artischocke wird für gewöhnlich
25-40 Minuten (je nach Größe) in Salzwasser mit einem Schuss
Zitronensaft gekocht bevor sie gar ist. Artischocken sind gar, wenn sich
die Blätter einfach heraus ziehen lassen. Nach dem Kochen kann man Sie
zum aromatisieren mit Gewürzen und Kräutern in Öl anbraten.
Normalerweise reicht man ein Dressing aus Essig, Öl, Salz, Pfeffer und
Knoblauch dazu. Als Drink passt hervorragend ein trockener Weißwein z.B.
ein Riesling Kabinett. Die Artischocke ist auch die Basis für das
Brennen des im italienischen Padua hergestellten dunkelbraunen Aperitifs
Cynar.
Beim Kauf einer frischen Artischocke sollten die Blätter noch eng
aneinander liegen und die Spitzen nicht vertrocknet sein. Achtung,
braune und schwarze Artischocken schmecken bitter, deshalb sollte die
Blätter möglichst grün uns knackig sein. Die Lagerung gestaltet sich
einfach, Sie sollten die Artischocke möglichst dunkel und kühl lagern
und darauf achten, dass die Stiele bis zur Verwendung dran bleiben.
Als Heilmittel wird der Artischocke eine Cholesterin senkende,
verdauungssfördernde und Appetit anregende Wirkung zugesprochen. Galle
und Leber sollen durch den Inhaltsstoff Cynarin angeregt werden.
Nicht nur deshalb wurde die Artischocke 2003 zur Arzneipflanzen des
Jahres gekürt.